#OMG!1elf!! Oh mein Gott: Pastoraltheologie im Zeitalter digitaler Transformation

Oh mein Gott! Derartige Ausrufe sind bei vielen TheologInnen und kirchlichen AkteurInnen zu hören, wenn es um die Nutzung digitaler Medien geht.

Fragen der Kommunikation und moderner Medien berühren das Selbstverständnis christlicher Verkündigung. Dabei sind sie weit mehr, also bloßes Transport- oder Kommunikationsmittel oder Instrument von Kirchenmarketing und Öffentlichkeitsarbeit. Längst sind sie Teil des „real life“, in dem sich die Grenzen zur Virtualität auflösen. Damit werden vertraute kirchliche Schemata verunsichert und durch neue Formen der Dezentralität und Dialogizität geweitet. Nicht bloß die Nutzung moderner Medien in pastoralen und religionspädagogischen Kontexten stellt damit ein unerlässliches Erfordernis dar, sondern darüber hinaus auch die pastoraltheologische Reflexion ihrer Grundlagen, Potenziale und Wirkweisen.

 

Nachlese zum Kongress:

 Im September tagte die Konferenz für PastoraltheologInnen in St. Paulus, Leitershofen unter dem Titel #OMG!1ELF!!: Oh mein Gott. Pastoraltheologie im Zeitalter digitaler Transformation mit über 70 Teilnehmenden aus der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden, Südtirol und Österreich. Auf dieser Tagung haben die verschiedenen Zugänge, Präsentationsformen und auch Anfragen der Referierenden verdeutlicht, dass sich die akademische (Pastoral-)Theologie grundsätzlich noch auf wahrnehmender Spurensuche dessen befindet, was Digitalisierung bedeutet. Noch mehr Such-Prozess herrscht im reflektierenden Nachdenken vor, was Digitalisierung konkret für das Fach und wechselseitig auch für den pastoralen Alltag in kirchlichen Diensten bedeutet. Es ist deutlich geworden, dass die Frage nach einer Theologie der Digitalität (und: Theologie der Virtualität) inhaltlich interdisziplinär angefüllt werden muss, insbesondere der Diskurs um anthropologische Grunddimensionen die fundamental für digitalisierte Prozesse und deren Konsequenzen sind, da wir als Menschen eben immer schon verstrickt sind in plurale und komplexe Wirkungsmächte – eben auch digital. Neben Vorträgen zu Identität in social media, Transhumanismus, Glaubenskommunikation, Medienkompetenz und dem Internet als ortlosen-Ort wurde sehr wohltuend die römische Sichtweise auf den Perspektivwechsel von Zentrum und  Peripherie aufgenommen. Dass die tiefschürfenden Veränderungen von Digitalisierung in den unterschiedlichsten Ebenen eine unbestrittene Tatsache ist, lässt sich im Zitat von Prälat Tighe konstituieren: "Digital is real."  (Judith Klaiber)

 

Als Konglumerat sind einige Feedbacks, Statements hier im Artikel auf Twitter-Länge zusammen getragen mit einer klaren Anfrage und Aufforderung zur Debatte an die Lesenden: was sind Inhalte, Prozesse, Formen, Kriterien einer Frage von theologisierter Digitalität oder digitalisierter Theologie? 

 

Andrea Imbsweiler: Kommunikation im Netz bringt für die institutionelle Kirche unvermeidbar Kontrollverlust: Zeugnis und Agieren Einzelner gewinnen Bedeutung.

Jan Loffeld: Digitalisierung macht einen anderen Generationendialog möglich. Je jünger, desto inkulturierter: down-top. Ein schönes Beispiel für die "conversión pastoral"!

Wolfgang Beck: Eine "Kultur der Digitalität" zeigt gesellschaftliche Effekte von Algorithmizität, Referenzialität und neuen Sozialformen, in die sich Theologie vorzuwagen hat.

Richard Hartmann: Die social media sorgen mehr noch als die Aufklärung dafür, dass formale Autorität - auch in der Kirche - irrelevant wird.

Sonja Pohl: "Digital is real" und keine vorübergehende Erscheinung. Um teilzuhaben, muss auch Theologie in die Sprache einer digitalisierten Kultur übersetzt werden.

Sebastian Kießig: Die Digitalisierung wandelt das Leben des Menschen. Eine (Pastoral-)Theologie, die mit diesem Leben korrespondiert, steht somit vor großen Herausforderungen.

Andreas Büsch: Dank Social Media hat Kirche die historische Chance, wirklich zu einer communio zu werden - vorausgesetzt, sie lässt sich kritisch-optimistisch auf Digitalisierung mit ihren Implikationen ein und findet pragmatische Lösungen für den pastoralen Alltag.

Simone Birkel: Die Digitalisierung bietet tolle Chancen für die Pastoral, wichtig ist aber, dass die Technik für den Menschen da ist und nicht umgekehrt! 

 

 

 

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